Samstag, 9. Januar 2016

Wort zum Sonntag - Ein zeitgenössisches Gedicht

Die Achse des Bösen expandiert,
Während das Volk ekstatisch die Medien seziert.

Der Premier lobt, der Mob tobt,
Diskussionen über ein Versammlungsverbot.

Die Täter in Köln waren wohl keine Weißen,
Sofort müssen wir uns über Recht und Unrecht das Maul zerreißen.

Konfrontation bei der Demonstration,
Verhungernde Kinder, wen juckt das jetzt schon.

Hunderttausende kommen hier her in Booten,
Ihre Kultur und Religion hätten viele gern verboten.

Integration und Aversion,
So nah beieinander wie Arbeit und Lohn.

Unsicherheit, Angst und Hass,
Selten war die Stimmung in Deutschland so krass.

Eine öffentliche Stelle überschreitet die Schwelle,
Erntet Spott und Hohn für den unverzeihlichen Ton.

Kennst du einen, kennst du alle,
Rufen viele von Köln über Dresden nach Halle.

Ungefiltert liest sich die Meinung derer,
Toleranzverweigerer, Allgemeinbeschwerer.

Die Optionen sind keine und doch stellen sie sich zur Schau,
Verallgemeinern Job- und Frauenklau.

Es schert sich kaum einer um den deutschen Nächsten,
Uns fehlt es massiv an aufrichtigen Gesten.

Doch keiner will das wahre Problem benennen,
In das wir uns offensichtlich verrennen.

Wir fürchten den Verlust der Tradition,
Gleichzeitig fragen wir uns, wer sind wir denn schon?

Der demografische Wandel stand nie still,
Auch wenn das die Mehrheit nicht hören will.

Nur zur WM ist der Stolz gerngesehen,
Da kann Deutschland sich selbst mal so richtig feiern gehen.

Kultur im Wandel, was macht uns Deutsche aus?
Alle lieben Döner, doch die Türken sollen raus.

Anscheinend wissen wir noch immer nicht wer wir sind,
Die gebrochene Nation Deutschland ist allem Fremden skeptisch gesinnt.

Dabei könnten wir so viel von Anderen profitieren,
Anstatt wieder mit dem rechten Arm zu gestikulieren.

Noch immer sind wir nur auf unseren Vorteil bedacht,
Obwohl es überall sonst schon lange kracht.

Im Vergleich zu vielen Anderen geht es uns noch gut,
Das Ausmaß gemessen am Ganzen, ist sinnfreie Wut.

Es muss sich was ändern, keine Frage,
Aber Hass und Verachtung ändern nirgends die Lage.

Zu lange wurden Probleme einfach verdrängt,
Wir wundern uns nun, dass es in den Ghettos klemmt.

Einen schlechteren Zeitpunkt könnte es auch nicht geben,
Hitlers Hetzlektüre wieder zu beleben.

Aber Wortmüll kommt auch aus den vereinigten Staaten,
Von frauenfeindlichen, rassistischen Schwachmaten.

In jedem Land gibt es nunmal Verbrecher,
Vergewaltiger, Räuber und Messerstecher.

Von vornherein verurteilen wir gern jeden Fremden,
Anstatt unsere eigenen Problemfälle in den Knast zu senden.

Es ist nicht leicht, sich aus der Affäre zu ziehen,
Die Situation zieht Kreise weit hinaus über Berlin.

Leider denken Viele nur noch schwarzweiß,
Das dazwischen interessiert doch fast Jeden 'nen Scheiß.

Viel zu oft lese ich nur dafür oder dagegen,
Ein bisschen weniger extrem wäre ein Segen.

Erst denken, dann sprechen und sich im Klaren sein,
Es ist nicht lange her, da war jeder Deutsche woanders ein Nazischwein.

Unsere Gesellschaft ist träge, will sich ungern verändern,
Unaufhaltsam naht trotzdem die Welle aus anderen Ländern.

Es ist an der Zeit den Verstand zu benutzen,
Anstatt sich wieder auf falsche Werte zu stützen.

Deutschland, was ist aus deinem Potential geworden?
Made in Germany steht heute für ein unsicheres Morgen.



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