Donnerstag, 15. Dezember 2016

Schon wieder Reise für Lukas - ein Update meines aktuell fertiggestellten Romans

Ein bisschen zum Heulen ist mir ja schon, jetzt, wo mein Lukas aka Luc aufgehört hat, Tagebuch zu schreiben. (Er hat das natürlich getan, weil er wegen seiner Familie keine Zeit mehr dazu hat und sein therapeutisches Bedürfnis nicht mehr so groß ist.) Aber er hat ja auch lange geschrieben, über einen Zeitraum von sechs Jahren und das könnt ihr hoffentlich bald lesen.

Konkret bedeutet das, dass ich das Buch fertig geschrieben und: bei der Agentur eingereicht habe. (Nika in stiller Panik) Etwa 320 Normseiten hat das Buch. Es gab drei komplette Versionen von dieser Geschichte, welche sogar ursprünglich mit 750 Normseiten aus Ingas Sicht erzählt war. Wer sie aus den Kurzgeschichten hier noch nicht kennt, Inga ist die Ex-Freundin von Lukas. Etliche Szenen und ein ganzer Plotstrang sind bei der endgültigen Version rausgeflogen. Dafür sind neue und hoffentlich gute, hinzugekommen. 

Dieses Buch liegt mir sehr am Herzen, weil es viele Themen aufgreift, die ich gerne häufiger und qualitativ hochwertiger in der Literatur behandelt sehen würde. Noch immer erschreckt es mich, wie viele meiner männlichen Bekannten Depressionen haben, nicht darüber reden oder nicht aus ihnen hinausfinden. Auch das Thema Polyamory wird von vielen Leuten, die mir begegnen, eher belächelt. Es ist gar nicht so selten, in meinem Bekanntenkreis. Ganz weit vorne dabei, natürlich, auch das Thema BDSM, welches durch Shades of Grey massiv kommerzialisiert wurde. ich musste damit ein bisschen aufräumen, weil ich dieses Thema so wichtig finde und die Diskussion darüber für nötig halte.

Was passiert eigentlich mit uns, wenn wir uns gegenüber Tabuthemen öffnen und unsere Grenzen testen? Das sind nur ein paar Eckpunkte, die ich in Lukas' Tagebuch aufgegriffen habe. Wer möglichst krassen, kranken, unrealistischen und geschönten Sex erwartet, wird ihn hier nicht lesen. Aber kreativer, auch mal brutal schieflaufender und zärtlich-gewaltsamer Sex - mit und ohne Liebe - ist ständiger Bestandteil seines Lebens.

In diesem Buch gibt es keine gestriegelten, perfekt gestählten echten Kerle, nur ein einziges "Topmodel-Weibchen" (nur optisch), keine standard-naiven Girlies und hoffentlich nicht allzu viele Schocker oder öden Szenen, die das Buch in seiner Absicht verfälschen. Der ganz normale Alltagswahnsinn eben. Zumindest aus meiner Lebenserfahrung heraus ... Life - Results may vary.

Ach ja - Absicht. Ja, die hat das Buch auch. In erster Linie möchte ich den Leser unterhalten, das ist klar. Aber ich möchte ihn auch zum Nachdenken anregen, zum Reflektieren, in eine verbotene und unbekannte Welt einsteigen und vielleicht auch toleranter werden lassen. Lachen wäre auch nicht verkehrt, erröten auch nicht. Kopfkino ist erwünscht. Bisher kam all das vor, wenn ich meinen Testhörern vorgelesen habe. Am liebsten sind mir die Männer, die sagen, dass sie sich in meinem Protagonisten so sehr zu Hause fühlen, dass sie sich durch das Buch emotional bedrängt und durch ihr Gewissen bedroht fühlen.

Nein, meine Herren - nicht, weil ich euch verstören will, sondern, weil ihr mir bisher recht gebt, dass ich authentisch schreibe.

Ich mag euch ziemlich, deshalb sind 99% meiner Freunde auch seit ich denken kann Jungs, später Männer. Es war mir ein persönliches Anliegen, euch gedanklich ein bisschen näher zu kommen, denn mit euch komme ich schon immer am besten aus. Aus diesem Grund habe ich viel mit besonderen Exemplaren eurer Gattung über dieses Buch geredet, mir Rat geholt.
Ja, es gibt sie wirklich, diese Metal-Emos, die übersinnlichen Sexsuchtis mit Hirn, die depressiven Philosophen mit Hochbegabung und Selbstzweifeln, die Checker, deren Frauenliste weit im dreistelligen Bereich liegt, die trotzdem eigentlich nur die eine und Familie wollen. Vor allem kenne ich eine Menge eurer Art, die sich lange in Drogen geflüchtet haben. Es hat mich traurig gemacht, das viele Jahre zu beobachten.

Deswegen schreibe ich mal aus Frau (oder mental etwas zwischen Mann und Frau - Geschlecht ist was für Schubladen) mutig aus der Sicht eines Deutschfranzosen, mitte Zwanzig (der Schizo-Gespräche mit seinen Teufelchen auf der Schulter und dem Karma führt). Ich schreibe über seinen emotional-sexuellen Egotrip (eine Weile auch auf Koks, weil ich das im direkten Umkreis häufig miterlebt habe), Philosophie und einer Menge kreativem, dämlichen und gruftig-schwarzem Humor.

Weil man schwere Themen nur mit Humor verständlich machen kann, ohne, dass man am Ende das Gefühl hat, sich in einem Gemälde von Hieronymus Bosch zu befinden. Aber ich mag die Gemälde von ihm eigentlich. Meine sind nicht so ... höllenhaft, wenn nur höllisch stümperhaft. Ich zeichne mal trotzdem weiter, weil mir nach dem Buch jetzt der Abschied schwerfällt. Ein bisschen. Es bleibt spannend, wann und wo das Buch mit noch halbwegs geheimen Titel (Irgendwas mit Wetter und Texten ;) ) erscheinen wird. Alle Infos findet ihr natürlich weiterhin hier!

Herzlichst,

eure Nika - die Stimme des Bordsteins

Alles ein bisschen, aber nichts perfekt. Hauptsache man tut.

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