Mittwoch, 5. April 2017

Berufsqualifikation: Handbremse

Gestern war wieder so ein Tag, an dem mir die Realität mit der Bratpfanne ins Gesicht geschlagen hat. Ich hatte einen Termin beim Amt und war mir sicher, es geht um ein persönliches Gespräch. Ja. Das ging es auch. Allerdings erst nach einer etwa einstündigen Gruppenveranstaltung zum Thema Arbeitslosigkeit. Okay, vielleicht ist das jetzt mein persönliches Problem, aber ich kannte alles, was da besprochen wurde. Nicht, weil ich schon tausendmal arbeitslos war, sondern, weil das für mich selbstverständliche Dinge sind. Wo finde ich Portale, was habe ich für Möglichkeiten, wie logge ich mich in mein Portal ein (Really? Ok.).

Ich bin 29 Jahre alt, habe ein Zweier-Fachabitur, bin in Deutschland aufgewachsen und habe bis hierher überlebt. Die Zeit, die ich (unter größtem sozialen Unbehagen und 180 Puls) mit überflüssigem Zuhören verbracht habe, hätte ich an etwas anderem arbeiten können. Zum Beispiel daran, dass ich aus der Arbeitslosigkeit rauskomme. Und genau da liegt mein Problem mit einem ganzen Gesellschaftssystem. Ungeachtet der Tatsache, dass ich aus neuronaler Sicht nicht der Norm entspreche.

Ich stellte Fragen, auf deren Antworten auch die anderen Teilnehmer mit einem Kopfschütteln reagierten. Warum werden zum Beispiel Kosten für Aufwendungen so unterschiedlich erstattet? Warum kann ich nur die Rechnung für Passbilder für Offline-Bewerbungen einreichen? Wenn ich mich online bewerbe, habe ich die Kosten für das Foto doch auch. Zudem habe ich dann meist noch den zeitlichen Aufwand, sie zu digitalisieren. Meist kostet das sogar, wenn man es beim Fotoladen machen lässt. Bzw., wenn man das Bild digital mitnehmen möchte. Die Agenturen würden das selbstständig und unterschiedlich entscheiden, hieß es. Okay, so viel zu sozialer Gleichstellung, dachte ich mir.

Was ich allerdings wirklich nicht verstehen konnte war der Fakt, dass es keine Möglichkeit gibt, Menschen, die in ihrem erlernten Beruf offensichtlich falsch sind, umzuschulen. Bevor sie total im Eimer sind. Was ist das? Alles, nur nicht langfristig gedacht. Im Grunde Verschwendung von öffentlichen Geldern. 

Wie alt muss ich werden, damit man mich als unvermittelbar einstuft und ich sämtliche dämlichen Schulungsmaßnahmen aufgedrückt bekomme, die mich nur für die Quote listen? Das ist kein Vorwurf, sondern eine völlig ernst gemeinte und bittere Frage. So bei anderen Leuten erlebt, die ich kenne.

Es ist nämlich so:

es gibt Menschen, deren Berufsweg aus irgendwelchen Gründen nicht der richtige war. Gerade, wenn man noch jung ist, kennt man seine Talente und Begabungen noch nicht so richtig. Die Möglichkeiten sind vielleicht auch gar nicht alle bekannt. Dann sollte man doch schauen, dass man die nächsten dreißig Jahre Arbeitswelt noch so gestaltet, dass man sie a) für die Gesellschaft und b) für sich selbst, erfüllend leisten kann.

Konkret:

Es ist egal, dass ich mit jedem Jahr mehr Probleme mit konstanter sozialer Interaktion habe, weil ich autistische Züge habe und mich das reizüberflutet. Klar, ich kann mir einen Job suchen, bei dem ich Menschen nicht ausgeliefert bin. (Mit Berücksichtigung der Kinderbetreuungszeiten und der Entfernung) Da ließe sich etwas machen, wenn ich in dem Bereich, den ich gelernt habe, auch leistungsfähig wäre. Was ich aber nicht bin. Ich habe diese Ausbildung gemacht, weil ich meiner Familie zuliebe etwas Fundiertes wollte. Ich habe das damals durchgezogen, weil ich Geld brauchte. Weil ich keine Perspektive hatte. Ich hab die Ausbildung verkürzt und geschafft. Vier gewinnt - WOHOO!

Jetzt scheitere ich zunehmend daran, dass ich null Begabung für das habe, was in dem Bereich auf dem Markt gefordert wird. Nicht, weil ich zu faul bin, sondern weil es mir thematisch einfach nicht liegt. Ich müsste unendlich viel Anstrengung reinstecken, um das halbwegs zufriedenstellend zu lösen. Ich kann nicht mathematisch-logisch denken und werde es nie. Organisieren kann ich, aber nach meinem eigenen Chaosprinzip. Das macht andere wahnsinnig. Ich habe eine andere Struktur, Dinge zu ordnen, kategorisieren und zu sortieren. Ich sehe Buchstaben und Zahlen in Farbe, Geruch und Musik. Wie soll das langfristig integriert und von Kollegen nachvollziehbar werden? Wenn ich einfach Dinge tue, die stumpf sind und mich nicht geistig auslasten, dreht mein Hirn ab. Monotone Dinge machen mich unachtsam und betriebsblind. Niemand, der selbst nicht so einen Kernreaktor im Kopf hat, kann das nachvollziehen.

Meine Idee war folgende:

Ich schule auf Übersetzerin und Lektorin um. Warum? Ich will und muss in der Lage sein, neben dem Kreativkram selbstständig zu arbeiten. Ich will der Gesellschaft nicht auf der Tasche hängen. Es frustet mich. liebe Sprache und will noch viel mehr darüber lernen. Dabei lerne ich auch meine eigene Sprache von Grund auf neu und besser zu verstehen, denn mir fehlen ein paar Grammatik-Basics. Zu lange aus der Schule raus. 

Mein Talente sind unkonventionelles Schreiben, Malen und intuitive Musik. Und damit meine ich nicht Hobby-Talente, sondern den inneren Drang, kreativ zu sein. Ich kann nicht anders, mein Kopf explodiert sonst. Ich war bereits als Jugendliche in einer Diagnose-Klinik, weil das nicht erkannt wurde. Bipolare Störung (manische Depressionen) und Bore-Out. Weil ich versucht habe, mich in etwas reinzudrücken, das ich nicht bin. Dass ich etwas wirklich gut kann, konnte ich mir damals nicht vorstellen. Es gab niemanden, der das gefördert hätte.

Nun bin ich alleinerziehende Mutter, fast 30 und bitte um Hilfe, damit ich es schaffe, etwas zu leisten, das von mir verlangt wird: dem Staat nicht auf der Tasche liegen. 

Ich bin kooperativ, wissbegierig, weiß, wo ich hin will und vor allem: noch viel zu jung, mich anzupassen und aufzugeben. 

Es gibt keine Möglichkeit, Sprachen und Grammatik finanziell unterstützt, über öffentliche Institutionen zu erwerben, damit man später mit ihnen arbeitet. Antwort: Berufsfremd. Was? Fremdsprachenkorrespondenten werden immer gesucht und nicht mal deren Ausbildung im ersten Bildungsweg wird entlohnt.

Übrigens wird auch MS Office nicht mehr als Kurs oder Maßnahme angeboten, Lizenzen ausgelaufen. Was mache ich hier? Das wäre für meine Branche tatsächlich sinnvoll. 

Zitat öffentliche Institution: Ich kann mir ein Attest vom Arzt schreiben lassen, dass ich Autistin bin und dann versuchen, nicht mehr in dieses Berufsfeld vermittelt zu werden. 

Was bringt mir das? Werde ich dann als erwerbsunfähig eingestuft und darf ALG II beantragen? Ne Leute, ich will ARBEITEN! Ich will mich weiterbilden, was aus mir machen, etwas tun, das mir liegt, auf dem Markt gefragt ist und leider (und zum Glück) habe ich noch ein paar Jahrzehnte vor mir. Ich kann noch alles werden, was ich will, weil ich noch frisch bin. Wenn ich das nicht im finanziellen Alleingang (Und darauf läuft es hinaus) mache, gehe ich ein. Dann bin ich in ein paar Jahren ausgebrannt, kapituliere und verschimmel vorm Fernseher. Ich hab nicht mal nen Anschluss, was das verkompliziert.

Konkret bedeutet das jetzt: Irgendeinen 08/15-Midi-Job suchen, der mich anödet und ausbremst, geradeso noch sozialversicherungspflichtig ist, und ich nebenbei meine Zertifikate bezahlen kann. Momentan reichen meine freiberuflichen Einkünfte noch nicht aus, damit ich davon leben und eine Krankenversicherung zahlen kann. Da würde ich aber gerne hinkommen.

Das ist nicht das Problem einer einzigen Agentur, sondern einer ganzen Gesellschaft, die unfähig ist, auf diejenigen Rücksicht zu nehmen, die etwas leisten wollen. Die es auch könnten. Die aber aus dem Raster der Schubladisierung fallen. Die nicht in eine antragsgenormte Kategorie passen. Die einen Plan haben, aber denen die Möglichkeiten oder Anlaufstellen fehlen. So viele Existenzen könnten leistungsfähiger und zufriedener sein, wenn alles ein bisschen weniger bürokratisch und pauschalisiert ablaufen würde.

Individualhilfe.

Nicht nur für Neurodiverse, sondern für alle, die da falsch sind, wo sie ins Berufsleben eingestiegen sind. Ich will nicht ablästern, ich suche eine konstruktive Lösung. Ich mache auf etwas aufmerksam, das nicht nur mich betrifft. Die Frage ist, wie kann man das ändern? Wie kann man das fördern? Umschulen, integrieren, eine neutrale Anlaufstelle bilden, die in solchen Fällen Lösungen finden könnte? Schnell, unkonventionell, menschenwürdig.

Die Würde des Menschen ist unantastbar. Aber sie muss wohl mit Locher und Tacker in die Schublade passen.

Kommentare:

  1. Vorab: Ich finde es schade, dass es für dich so läuft, wie es gerade läuft.

    Aber du stellst am Ende die richtigen Fragen, die sich auch die entsprechenden Stellen und Behörden stellen. Denn Individualhilfe ist ein gutes Stichwort, das sich allerdings nur schwer in gelebte Realität umsetzen lässt. Das hat mit Locher und Tacker nichts zu tun, sondern auch damit, dass es in der Wirtschaft, in der Bildung, in der Geschäftswelt, wie du es auch immer nennen willst, die passenden Stellen sein müssen, um den Betroffenen aufzunehmen. Vermittlung geht ja nur dann, wenn es auch vermittelbare Stellen gibt. Und die werden für die meisten Betroffenen ja nun einmal gebraucht.

    Und ansonsten gilt leider, dass die regionalen Angebote und natürlich die ganz individuellen "Nasen" in den Behörden viel Einfluss darauf haben, wie es für die Menschen auf der anderen Seite des Schreibtisches läuft. So jedenfalls die Erfahrungen, die ich aus meinem Verwandten- und Bekanntenkreis mitbekommen habe.

    Ich drücke dir die Daumen, dass sich eine Lösung findet!

    Darf ich noch eine Frage stellen? Als Vater einer Autistin interessiert mich natürlich, wieso bei dir die Schwierigkeiten mit der sozialen Interaktion jedes Jahr stärker werden. Weil die Gesellschaft sich immer weiter negativ verändert?

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  2. Hey,

    ich sage ja auch nicht, dass die Ämter an dieser Situation schuld sind, sondern das ganze System, das besser sein könnte. Es ist so ausgelegt, dass man die wichtigsten Entscheidungen treffen muss, wenn man noch sehr jung ist. Also es beginnt mit der Kategorisierung in den Schulen. Z.B.: Warum darf jemand Etwas studieren, wozu er vielleicht psychisch nicht geeignet ist, aber ein gutes Abitur hat? Ärzte vor allem. Alle, die mit Menschen zu tun haben. Natürlich gibt es Prüfungen für Begabte, wie bei Musik, Kunst und Sprache. Aber es gibt auch einige, die keine Überflieger sind, aber den Willen haben, etwas zu studieren, von dem sie nicht einmal wussten, dass es dieses Fach gibt. Sie wären damit vielleicht glücklich, mittelmäßig zu sein und dadurch leistungsfähiger. Was macht man mit denen, die Mittelmäßig, aber motiviert sind? Vieles liegt bei den Eltern, die sich für Dinge einsetzen oder nicht, um die richtigen Weichen für später zu stellen.

    Locher und Tacker stehen für mich stellvertretend für die deutsche Bürokratie, nicht für ein spezielles Amt.

    Warum es mir von Jahr zu Jahr schwerer fällt, mit dieser Welt klar zukommen? Na ja, in erster Linie, weil mein Idealismus sich auflöst. Der Wille, sich mit dem auseinanderzusetzen, das einen irre macht. Und dann ist es die zunehmende Spannung in der Gesellschaft. Unzufriedenheit, der Leistungsdruck, die Anforderungen, die stetig wachsen. Der Konkurrenzkampf auf dem sozialen Sektor ist ein großes Problem für mich. Ich scheitere an Kaltschnäuzigkeit und dem Zwiespalt, nach oben zu schleimen und unten treten zu müssen. Ich kann das nicht, weil ich nicht lügen und betrügen kann. Ich bin emotional authentisch, kein Filter.

    Es gibt einen tollen Film, der "Ein Tick anders" heißt. Da geht es um ein Mädchen mit Tourette. In einer Szene muss sie unter größter Anstrengung ihre Ticks unterdrücken, um nicht entdeckt zu werden. Das, was dabei in ihrem Kopf abgeht, trifft ziemlich genau das, was bei mir im Kopf abgeht, wenn ich über einen kurzen Moment hinaus, Verhaltensweisen imitiere, die von mir gefordert sind. Es ist immer unangenehm, aber das kann ich überspielen. Ab einem gewissen Punkt geht das nicht mehr. Dieser Punkt liegt noch innerhalb den Anforderungen, die als sozialer Standard und unter Selbstverständlichkeiten im Arbeitsumfeld gelten.

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  3. Hm, ich stimme dir zu, dass viele Entscheidungen getroffen werden müssen, wenn so mancher noch gar nicht in der Lage ist, diese Entscheidungen wirklich unter Berücksichtigung aller Konsequenzen zu treffen. Aber in den wenigsten Bereichen ist das ja eine Einbahnstraße, jedenfalls in meiner Wahrnehmung. Es ist in den letzten Jahren weniger geworden, dass man nur noch "einen Schuss" frei hat und dann muss die Berufswahl sitzen. Was auch denen entgegen kommt, die "nur" mittelmäßig sind.

    Was ich nicht ganz verstehe ist, wie du filtern oder entscheiden möchtest, ob Menschen etwas studieren "dürfen", für das sie nicht geeignet sind. Psychische Eignungstests?

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  4. Na ja, bedingt. Es ist so, dass es keine finanzielle Unterstützung gibt, für Leute, die einen zweiten Bildungsweg gehen möchten. Außer, es gibt hierfür wichtige Gründe, wie z.B. Gesundheit etc. Das, was ich hierbei meinte, war der Punkt, dass es sehr schwer ist, aus dem ersten Berufsfeld rauszukommen, wenn man alles im Alleingang machen muss. In meinem Fall ist es die Doppelbelastung aus Kind, bedingtem Zeitfenster, bedingter Aufnahmefähigkeit und dem größten Faktor: Geld. Man hat ja laufende Kosten, aus denen man nur rauskommt um zu lernen, wenn man irgendwo Hilfe hat. Teufelskreis. Also man macht quasi drei Jobs gleichzeitig, weil man im erlernten Beruf arbeiten muss, um sich den neuen leisten zu können. Allein das zehrt ohne Ende. Wenn man dabei vorübergehend Unterstützung erhalten könnte, bei der man z.B. nur einen Kredit bekommt oder nicht zurückzahlen muss, wenn man die Umschulung/Prüfung auch besteht, wäre das eine große Erleichterung. Mehr Kapazitäten, schneller in ein langfristig profitableres Umfeld zu gelangen. Was ja im Endeffekt allen dienlich ist.

    Ich möchte gar keine Theorie aufstellen, wer wie psychisch für egal was geeignet ist. Es ist nur eine generelle Überlegung, woran man misst, dass jemand für ein Fach geeignet ist. Nur, weil er/sie Glück im Abi hatte oder viel gelernt hat, heißt das noch nicht, dass er für die Uni und das Fach, das gewählt wird, auch geeignet ist. Natürlich kann man sagen, dass man einen gewissen Grundintellekt voraussetzt, aber ich denke, dass es noch viel mehr Faktoren gibt, die darüber entscheiden. Ein guter bis sehr guter Realschüler, der das Abi eventuell wegen einem Fach nicht schaffen würde, kann dennoch ein super guter Arzt oder sonst was sein. Und ein sehr guter Abiturient kann ein völlig weltfremder und ungeeigneter Uniabsolvent sein. Man kann anhand eines Abiturs nur die Bereitschaft zum Lernen oder einer gewissen Auffassungsgabe, aber keine Talente bemessen. Darum ging es mir. Wir werden schlecht auf das Berufsleben vorbereitet. In Hessen sowieso. Sehr laschi.

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  5. Dass die Vorbereitung auf das Berufsleben eher schlecht ist, sehe ich auch so. Ich bekomme ja gerade mit, wie die Mitschüler meiner Tochter und sie selbst natürlich auch in die Berufsinformationszentren usw. geschleift werden. Und ich bekomme auch mit, dass da kaum einer wirklich "reif" genug ist, um zu begreifen, dass das nicht nur ein langweiliger Ausflug ist, sondern dass es da durchaus schon um etwas gehen könnte.

    Und ich gebe dir auch Recht, dass die Noten alleine nichts über die Eignung für ein Fachgebiet aussagen. Aber das Problem ist leider, dass sich Talente entweder schlecht messen lassen, oder vielleicht im Laufe der Zeit auch erst herausstellen. So könnte es auch passieren, dass man dem Abiturienten Unrecht tun würde, nur weil er bei seinem Abschluss eben noch weltfremd ist.

    Und klar, die Situation, wie du sie erlebst, mit der Doppel- und Dreifachbelastung und den weiteren Umständen, ist natürlich etwas ganz anderes als bei einem Studienabbrecher, der dann eben übergangsweise wieder bei Mama und Papa einzieht, oder einem Langzeitstudenten, der Jahr für Jahr seine Gebühren gesponsert bekommt.

    Wenn es da Angebote gäbe, würde ich das ebenso begrüßen wie du.

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  6. Richtig. Man merkt erst mit den Jahren, was einem wirklich gut liegt und dass die Theorie und die Praxis zwei ganz verschiedene Dinge sind. Und da das relativ häufig passiert, verstehe ich nicht, weshalb es dafür keine Förderung gibt. Für jeden Schrott gibt es Gelder, auch wenn sie noch so sinnfrei sind. Diejenigen, die dann wirklich was machen wollen und wissen, wohin sie müssten, werden abgewatscht. Das ist meine Erfahrung. Auch im Umfeld. Leider. Das mit den Schulveranstaltungen zum Thema Berufswahl, ist tatsächlich wirklich ein Abfuck 3000 gewesen. Niemand fand das wichtig. Weil ein einziger Tag nicht ausreicht, um das spannend und relevant zu vermitteln. Vor Ort ist es meist ein riesiges Chaos, bei dem alle nur versuchen die Zeit totzuschlagen, oder bei den für sie interessanten Firmen gar keinen Platz mehr für ein Gespräch bekommen.

    Seufzt.

    Es wird schon irgendwie. Egal wie. Aber ich bin halt ich, ich will das von Herzen, raus aus der Abwärtsspirale des Berufsfrusts.

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  7. Ich drücke fest die Daumen! Berufsfrust ist immer shit.

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  8. Danke :) Es wird. Irgendwie. Einfach weitermachen.

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  9. Hallo,
    ich weiß nicht, ob du dich erinnerst. Ich hatte den Stand neben den BartBros auf der Buchmesse und du hast mir dort deine Karte in die Hand gedrückt.
    Deinem Beitrag kann ich nur zustimmen, zumindest, was die Berufswahl angeht. Mein Sohn steht vor dem gleichen Problem und wir fragen uns alle, ob er wohl die "richtige" Entscheidung treffen wird. Weder mein Mann noch ich haben die gefunden, aber er hat sich damit abgefunden und ich mache jetzt das, was ich (im Herzen) immer machen wollte: Schreiben.
    Dass du aber keine Möglichkeiten hast, deinen Weg zu finden, kann ich nicht glauben.
    Für dich kommt mir der Weg der Freiberuflichkeit als der Richtige vor. Zum einen kannst du dabei Kind/Familie und Beruf am ehesten vereinbaren. Zum anderen kannst du dir selbst den Rahmen stecken, in dem du arbeiten möchtest.
    Du sagst, du willst mehr über die Sprache lernen. Mach es doch zuhause, z.B. mit entsprechenden Büchern. Abgesehen davon musst du als z.B. Lektorin keine Korrekturen machen, das können andere. Oder überleg dir, ob du im Bereich Social Media etwas für andere (SP-)Autoren arbeiten kannst, die häufig nach Hilfe suchen. Oder vielleicht etwas schreibst, wofür du Geld bekommst, auch wenn es nicht 100%ig dein Thema ist. Z.B. Kurzromane für Zeitschriften, Kinderbücher, Werbetexte. All das ist machbar und bringt Geld. Klar muss man sich reinhängen, aber man kann dabei auch so viel lernen, wie man ja überhaupt am meisten lernt, wenn man schreibt.
    Ich habe gesehen, dass du eher "schwere Kost" schreibst, die du sicher auch veröffentlichen wirst/willst. Wie wäre es mit "leichter Kost" unter einem Pseudonym im Selfpublishing? Probier es doch einfach! Man kann noch Geld verdienen mit Romanen bei Amazon. Liebesromane, Chicklit, Young Adult usw., oder was immer dir am meisten liebt.
    Oder gehörst du zu denen, die im Schreiben eins Selbstverwirklichung sehen? Aber es kann doch auch ein Job sein! Und es wäre zumindest einer, in dem du nicht das tun musst, was man dir in deinem "gelernten" Job abverlangt.
    So, genug Ideen. Ich bin gespannt, was du dazu sagst.
    Wenn du magst, können wir auch gerne per Mail über Möglichkeiten kommunizieren.

    Liebe Grüße
    Margaux

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